Chirurgische Verfahren in der Nase und am Gaumen

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich verschiedenste operative Techniken entwickelt. Die Mehrzahl dieser Verfahren werden sowohl zur Therapie der obstruktiven Schlafapnoe als auch des primären Schnarchens eingesetzt. Für den Erfolg einer operativen Behandlung ist die sorgfältige Selektion des Patienten bzw. die strenge Indikationsstellung für den jeweiligen Eingriff von entscheidender Bedeutung.

Ziel der operativen Therapie bei Schnarchen ist die Reduktion des Schnarchens auf ein erträgliches Maß, ein völliges Beseitigen der Schnarchgeräusche gelingt selten.

Chirurgische Eingriffe können im Bereich der Nase, des Rachens / Gaumens und des Zungengrundes sinnvoll sein, denn in allen diesen Bereichen kann der Luftweg im Schlaf eingeengt werden und dadurch kann es zu Schnarchen und/ oder Schlaf-Atemstörungen kommen.

Radiofrequenz

Radiofrequenz

Bei der Radiofrequenztherapie wird über eine Erwärmung des Gewebes durch niederfrequente Radiowellen eine Narbenbildung erzeugt, die zur Gewebeschrumpfung und zur Versteifung des Gewebes führen soll. Diese Therapie wird zur Verkleinerung von Nasenmuscheln, zur Straffung des weichen Gaumens oder auch zur Schrumpfung des Zungengrundes eingesetzt. Es werden sehr dünne Nadeln verwendet, sodass diese Therapie in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Vorteile sind weiterhin, dass der Eingriff weitgehend blutungsfrei ist und nur eine geringe Beeinträchtigung verursacht. Die Radiofrequenztherapie ist eine wirksame Methode beim Schnarchen. Die Wirkung lässt nicht selten mit der Zeit nach.

Die Radiofrequenztherapie des Zungengrundes zeigte eine Wirksamkeit bei der leichten bis mittelschweren Schlafapnoe.

Weichgaumenimplantate

Weichgaumenimplantate

Mit Weichgaumenimplantaten lässt sich eine Verbesserung des Schnarchens erzielen. Hierbei wird in örtlicher Behandlung der weiche Gaumen durch Einsetzen von Kunststoffstiften stabilisiert. Bei der Pillarmethode werden drei winzige Implantate mit einem speziellen Einmalinstrument am Übergang vom harten zum weichen Gaumen in die Muskulatur platziert. Die Implantate erzeugen eine strukturelle Unterstützung der Muskelschicht des weichen Gaumens. Dadurch wird der weiche Gaumen straffer und die Vibration und damit das Flattern des Gaumensegels deutlich gemindert.

Die Implantation erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist nebenwirkungsarm. Das Material der Stäbchen wird seit mehr als 50 Jahren in der Chirurgie (z. B. als Nahtmaterial) verwendet und gilt als sehr gut verträglich. Die Implantate sind nach dem Einsetzen weder sichtbar noch fühlbar und stören beim Sprechen oder Schlucken nicht.

Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) oder Weichgaumenplastik

Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) oder Weichgaumenplastik

Die so genannte Uvulopalatopharyngoplastik oder Weichgaumenplastik ist eine Operationsmethode, die zur Straffung und Erweiterung des weichen Gaumens führen soll.

Schleimhautüberschüsse werden entfernt und durch spezielle Nahttechniken der weiche Gaumen erweitert, zudem ein überlanges Zäpfchen verkleinert. Üblicherweise werden noch vorhandene Gaumenmandeln entfernt. Nach der Operation bestehen bis zu 2 bis 3 Wochen teilweise stärkere Schluckbeschwerden und Halsschmerzen.

Laser-assistierte Uvulopalatoplastik (LAUP)

Laser-assistierte Uvulopalatoplastik (LAUP)

Die Laser-assistierte Uvulopalatoplastik (LAUP) verwendet den Laser als Schneideinstrument für die Entfernung des Schleimhautüberschusses am weichen Gaumen und zur Zäpfchenverkleinerung. Es wird auf plastische Nähte verzichtet. Die Methode ist beim Schnarchen als wirksam belegt.

Nachteilig ist die unkontrollierte Narbenbildung am weichen Gaumen aufgrund des Verzichtes auf Nähte. Deshalb sind die Ergebnisse schlechter als bei der normalen UPPP. Die LAUP wird bei der Behandlung der OSA nicht empfohlen

Uvulaflap

Uvulaflap

Beim Uvulaflap (flap bedeutet „Lappen“) wird das verlängerte Zäpfchen umgeformt und zum weichen Gaumen hin nach oben vernäht. Dadurch ist ein Flattern des Zäpfchens deutlich weniger möglich. Auch wird der weiche Gaumen etwas stabilisiert. Einzelne Studien belegten die Wirksamkeit des Verfahrens. Aufgrund der limitierten Erfahrungen und dem Mangel an vergleichenden Studien kann dieses Verfahren allerdings noch nicht abschließend beurteilt werden.

Uvulakappung

Uvulakappung

Die einfache Uvulakappung ist kontraindiziert. Es gibt keine Rechtfertigung für Muskelentfernung am weichen Gaumen.

Mandeloperation

Mandeloperation

Vergrößerte Gaumenmandeln können Ursache oder Teilursache von Schnarchen und weniger ausgeprägter Schlafapnoe sein. Die Mandelentfernung führt zur einer Vergrößerung und Versteifung des Rachenraums. Sie ist Teil der klassischen UPPP.

Nachteilig sind Hals- und Schluckschmerzen, die für 1-2 Wochen auftreten und manchmal sehr stark sind. Eine wichtige Komplikation bei Mandeloperation ist die Nachblutung.

Im Gegensatz zu den Erwachsenen sind es bei Kindern meistens Rachenmandeln (sog. Polypen), die Schnarchen verursachen. Auch diese können operativ entfernt werden.

Multi-Level-Chirurgie

Multi-Level-Chirurgie

Bei dieser chirurgischen Therapieform werden alle Ebenen, Nase, weicher Gaumen und Zungengrund behandelt. Eine weniger eingreifende Methode ist hierbei die Radiofrequenztherapie, mit der an allen Regionen eine Narbenbildung durch die Wärmeanwendung erzielt werden kann.

Eingreifende chirurgische Verfahren sind aufwendig, führen zu einer deutlichen und längeren Beeinträchtigung des Patienten und machen eine vorherige intensive Diagnostik und üblicherweise den Einsatz weniger eingreifender Therapien notwendig.

Die minimalinvasive Multilevelchirurgie wird nur für die milde OSA empfohlen, die invasive Multilevelchirurgie ist als sekundäre Therapie bei Patienten, die einer Beatmungstherapie nicht oder nicht mehr zugängig sind, wirksam und indiziert.